Die "Hauptstadt Europas" im Fokus unserer EU-Botschafter

ISK Tirol – Auf geht’s nach Brüssel!

Nach unserer ersten großen Reise in diesem Schuljahr, die uns im November 2025 nach Straßburg führte, stand vom 22. bis zum 26. März 2026 Brüssel, die „Hauptstadt Europas“, im Fokus.

Auf unsere 18 EU-Juniorbotschafter:innen sowie unsere 2 Seniorbotschafterinnen MMag. Dr. Sonja Nothegger-Troppmair und Mag. Johanna Rauch wartete ein spannendes Programm, das wir größtenteils zusammen mit 15 Schüler:innen und 2 Lehrpersonen unserer dänischen Partnerschule HEG - Himmerlands Erhvervs- og Gymnasieuddannelser absolvierten.

Unser erster Abend in Brüssel bot Gelegenheit, die Gegend rund um einen der schönsten Plätze der Welt und UNESCO-Weltkulturerbe, den Grand-Place zu erkunden und uns mit einem gemeinsamen, typisch belgischen Abendessen, auf die nächsten Tage einzustimmen.

An unserem zweiten Tag in Brüssel bekamen wir, die Schüler:innen und Lehrpersonen der ISK Tirol, in der Vertretung der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino einen Einblick in die Zusammenarbeit der 3 Regionen und wie sie ihre Interessen im Ausschuss der Regionen auf EU-Ebene vertreten. Ein absolutes Highlight dieses Besuches war unser Treffen mit den beiden Brüssel-ORF-KorrespondentenRaffaela Schaidreiter und Johannes Perterer, die wir aus Radio, Fernsehen und sozialen Medien kennen und nun live erleben durften. Sie gaben uns faszinierende Eindrücke in ihre tägliche Arbeit, inwieweit sich ihr Leben in Brüssel von dem in Österreich unterscheidet und ihre Einschätzung der aktuellen politischen Lage.

Nach einer gemeinsamen Jause im Haus der Europaregion begann am Nachmittag das Programm mit unserer dänischen Partnerschule HEG.

Bei der Ständigen Vertretung Österreichs bei der EU bekamen wir einen Überblick über deren Aufgaben. Diese liegen insbesondere darin, Österreichs Standpunkt in den Verhandlungen mit den europäischen Partnern zu vertreten und die österreichische Bundesregierung über aktuelle Verhandlungsergebnisse zu informieren. Nach dieser theoretischen Einführung konnten die Schüler:innen bei der Simulation einer Ratsarbeitsgruppe praktische Erfahrungen sammeln. Ziel dabei war es, die Position des vorgegebenen Mitgliedstaates zum Thema „Plastiksackerl“ zu vertreten, um schlussendlich eine gemeinsame Lösung zu finden.

Im Parlamentarium des Europäischen Parlaments konnten unsere Schüler:innen in länder- und schulübergreifenden Gruppen die Entwicklung der europäischen Zusammenarbeit, ihre Arbeitsweise und die Bewältigung der gegenwärtigen Herausforderungen erkunden.

Am Abend lotsten uns zwei belgische Stadtführer durch das EU-Viertel mit den wichtigsten Bauwerken der EU-Institutionen sowie durch das historische Zentrum Brüssels, vorbei am Grand-Place bis hin zum Mannequin Pis.

Der dritte Tag in Brüssel begann mit einer interessanten Führung durch das Haus der Europäischen Geschichte und mit einem Überblick über die Entwicklung Europas vom 19. Jahrhundert bis heute, von Kriegen und Krisen bis zur Entstehung der EU und den aktuellen Herausforderungen.

Im Europäischen Parlament erwartete uns nach einer allgemeinen Einführung ein gemeinsames Gespräch mit dem österreichischen EU-Abgeordneten Andreas Schieder, der uns von seiner Tätigkeit als Abgeordneter erzählte.

Die Tiroler Abgeordnete Sophia Kircher begeisterte unsere Schüler:innen mit ihren Ausführungen zu ihrem Leben als Politikerin und ihren Antworten zu Themen, die unsere Jugend bewegen. Sie ermunterte uns, Engagement zu zeigen und interessiert an Europa zu bleiben.

Der vierte Tag in Brüssel führte uns wieder ins EU-Viertel, wo wir auf den Spuren von Ursula von der Leyen die Europäischen Kommission besuchten. Wir bekamen einen Vortrag über die Aufgaben der EU-Kommission. Sie schlägt Gesetze vor, setzt Politik um und verwaltet den EU-Haushalt. Ein Augenmerk wurde auf die Arbeit der EU-Kommissare gelegt, insbesondere auf den österreichischen EU-Kommissar Magnus Brunner und den dänischen EU-Kommissar Dan Jørgensen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Cafeteria der EU-Kommission ging es weiter zum Rat der Europäischen Union und zum Europäischen Rat. Hier erwartete uns ein engagierter Historiker, der uns nicht nur eine allgemeine Übersicht gab, sondern auch die aktuelle politische Situation mit uns diskutierte und uns zum roten Teppich des berühmten Glasbaus im „Europa“-Haus führte.

Wir beendeten den Tag mit einem nationenübergreifenden typisch belgischen Abendessen.

An unserem letzten Tag in Brüssel standen 2 Workshops von Visuality im Mittelpunkt: Einerseits über „Sketchnotes“, eine Methode, visuelle Notizen zu erstellen, indem man Wörter und Bilder kombiniert und andererseits über „Conflict Management“ in Anlehnung an die Gottman Methode. Beide Workshops haben uns begeistert und sind nicht nur im schulischen und beruflichen, sondern auch im privaten Leben eine Bereicherung.

Nach diesen intensiven, gemeinsamen Tagen war die Zeit gekommen, uns von den dänischen Schüler:innen und Lehrpersonen zu verabschieden und unsere Rückreise nach Kufstein anzutreten.

Unser Erasmus+ Projekt ermöglichte es uns, auf dieser Reise interkulturelle Freundschaften aufzubauen, ein stärkeres Gefühl für Zusammenarbeit in Europa zu entwickeln und Europa hautnah zu erleben.

Diese Reise wurde von Erasmus+, dem Land Tirol, der Sparkasse Kufstein, Skillroad-der Elternverein der ISK Tirol und dem Schulerhalter der ISK Tirol gefördert.

Text: Mag. Johanna Rauch

 

Unsere Juniorbotschafter:innen:

Alma Frincu, Barbara Jurleta, Conrad Gollwitzer, Jana Kharat, Linda Rödiger, Joshua Pfitzner, Lara Hinteregger, Magdalena Stöckl, Manuel Lapper, Maria Hofer, Maria-Sylvia von Rohr, Max van Vloten, Meijke Schrama, Pauline Lerch, Samuel Rockensüß, Sophia Hoffmann, Sophia Pohl, Kai Pendl.